Monatsarchiv: Juli 2008

Trajan, Hadrian und George W. Bush – hoffentlich wiederholt sich die Geschichte

 George Bush Junior ist nicht der erste Weltmachtpolitiker, der sich im Zweistromland verhedderte. Einem der größten Vorgänger des Texaners in der Rolle des mächtigsten Mannes der Welt ging es nicht anders. Auch der altrömische Kaiser Trajan versuchte Rom, das ohne rechten Widerstand auf sein Wort hörte, mit einer Arabienpolitik in dieser unruhigen Region zu etablieren, die ganz auf militärische Macht gestützt war. Das antike Orientabenteuer ging, wie wir wissen, schlecht aus. Es läutete das Ende der Herrschaft seines Urhebers ein. Dass dem Kaiser der neuen Welt, dessen Kleider inzwischen ziemlich durchsichtig geworden sind, ein ähnliches Schicksal winkt, wird mancher wünschen. Wirklich wünschenswert wäre allerdings, dass sich nach dem tragischen Teil der Geschichte auch das wiederholen möge, was danach kam.

Wie sehr das, was vor rund 1.900 Jahren passierte, dem ähnelt, was wir heute erleben, entnehmen wir einem alten Geschichtsbuch. Es handelt sich um das Werk „Der Kaiser Hadrian“ des deutschen Historikers Ferdinand Gregorovius. Wir wählen dieses Werk insbesondere deswegen, weil es lange vor Bush, nämlich bereits im Jahre 1884 herauskam. Dadurch können wir uns dem – selbstverständlich völlig unbegründeten – Verdacht entziehen, wir hätten die Darstellung der Vergangenheit manipuliert, um sie mit der Gegenwart vergleichbar zu machen. Zur Sicherheit werden wir sogar die wichtigsten Passagen aus diesem Buch – peinlich genau versteht sich – wörtlich zitieren (sie sind im Folgenden kursiv gedruckt).

Der Beginn der Regierungszeiten Trajans und Bushs stand eigentlich unter einem guten Stern. Beiden voraus ging eine fundamentale politische Wende, die zur Zeit der Regierung ihrer Väter eingetreten war. Unter Nerva, Trajans Adoptivvater, hatte die Zeit des ungeheuerlichen Caesarentums einen endgültigen Abschluss gefunden, in der Kaisermonster wie Nero und Caligula gewütet hatten. Ein neues Zeitalter ging jetzt über der Menschheit auf. Die Majestätsprozesse wurden abgeschafft, die Kerker geöffnet, die Exilierten zurückgerufen – ganz wie zu Zeiten eines George Bush Seniors, in der die Politmonstruositäten der Caesaren Hitler und Stalin ihr letztes Ende fanden.

Die Regentschaft von Nerva und Bush Senior endete nach kurzer Dauer, ohne dass sie viel zu Ende bringen konnten. Wahrscheinlich werden beide in den Geschichtsbüchern künftig im wesentlichen dafür Erwähnung finden, dass sie Söhne hervorgebracht haben, die unbedingt zu den ganz großen Herrschern der Welt gezählt werden wollten.

Trajan, der übrigens der erste Provinziale auf dem römischen Thron war, – Bush Junior ist vielleicht nicht der erste aber sicher ganz wesentlich auch ein Mann der Provinz – Trajan wusste, wie Bush Junnior, genau, was er wollte. All das wüste Wesen wahnsinniger Selbstsucht, welche ehedem die Despotenlaune an die Stelle der Staatszwecke gesetzt hatte, war unter Trajan von der Strömung mächtiger politischer Leidenschaften hinweggeschwemmt worden, denn dieser Herrscher hatte die Weltgeschichte wieder in hohe Wogen gebracht. Der Römergeist ging noch einmal triumphierend über die Erde…. Die römische Virtus strahlte von Waffenruhm über fremde Völker. .. Nie hatte sich die Herrschaft der Römer weiter ausgedehnt …. Gefangene Barbarenfürsten zierten wieder die römischen Triumphe.

Trajan – George W. Bush werden wir im weiteren nicht mehr gesondert nennen – Trajan ließ sich auch durch nichts daran hindern, seine Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Als erstes ordnete er die Verhältnisse auf dem Balkan. In zwei Kriegen warf er das unruhige Dakien nieder und gliederte es in das Reich ein. Wir erwähnen dies, obwohl es nicht in Bushs Zeit fällt, hier, weil auch das amerikanische Orientabenteuer ein Vorspiel auf dem Balkan hatte. Vieles spricht nämlich dafür, dass die Erfolge, welche beide Weltmächte auf diesem schwierigen Terrain hatten, den Blick für die Probleme einer Orientintervention getrübt haben.

Nach dem Balkan wandte sich Trajan dem ewigen Krisenherd des nahen und mittleren Ostens zu. Diese Region, in der außerordentlich selbstbewusste und schwer zu kontrollierende Völker mit eigenwilligen Religionen lebten, lag zwischen dem konsumfreudigen Rom und den sagenumwobenen Ländern des Ostens, aus denen hoch begehrte Waren kamen. Seit den Perserkriegen war es hier immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Ost und West gekommen. Die kulturellen und politischen Grenzen waren ungeklärt, Unruhen, Aufstände und Grenzverletzungen an der Tagesordnung. Trajan nahm sich vor, die orientalische Frage zu lösen, das mächtige Partherreich…-hinter den Tigris zurückzuwerfen und die Handelsstraßen nach Indien in Besitz zu nehmen. Es war ein Krieg der hellenisch-römischen Kultur gegen Altasien, eine Renaissance der Ideen Alexanders des Grossen.

Der die damalige Welt aufregende Feldzug wurde sorgfältig vorbereitet. Der logistische Aufwand war außerordentlich. Soldaten wurden aus dem ganzen Reich zusammengezogen und gemeinsam mit den Truppen der Hilfsvölker in das ferne Zweistromland transportiert.

Dort verlief zunächst alles nach Plan. Der Gegner, der die Weltmacht so lange herausgefordert hatte, konnte der römischen Übermacht nichts entgegensetzen. Glänzende Siege unterwarfen Trajan die Euphratländer. Nachdem seine Generäle die Hauptstädte der Region eingenommen hatten, konnte der Imperator den Feldzug für beendet halten. Er setze eine vorläufige Militärverwaltung ein und zog sich im Gefühl des Triumphes in sein Hauptquartier zurück. Dann aber kam unerwartet die Wende. Die in beiden Stromgebieten bezwungenen Völker erhoben hinter seinem Rücken die Waffen. Binnen kurzem weitete sich der Konflikt aus und erzeugte auch in anderen Teilen des Reiches heftige Wirkungen. Die „Palestinenser“ – damals allesamt Juden und weit über die östliche Welt verstreut – nutzen die Gelegenheit und erhoben sich gegen die römische Herrschaft. Sie hatten sich auch nach fünfzig Jahren noch nicht damit abgefunden, dass sie nicht mehr Herr im eigenen Land waren. Der Hass gegen die Zerstörer Jerusalems machte sie zu Kannibalen. Aufstände flackerten nicht nur in Mesopotamien auf, wo sich die „Palestinenser“ mit den gedemütigten Bewohnern des Zweistromlandes verbanden, sondern im ganzen östlichen Mittelmeer. Wenn dies glaublich ist, waren bei diesem Aufstande 240.000 Römer und Griechen erschlagen worden.

Trajan hatte nun alle Hände voll zu tun, die Unruhen zu bändigen. Nach Palestina, wo er das Zentrum der Unruhestifter vermutete, schickte er Lucius Quietus, einen seiner kompromisslosesten Generale, der dort mit eiserner Strenge schaltete, aber alles andere als die Ruhe erzeugte, die sein Name suggerierte. Trajan selbst versuchte vergeblich am Euphrat Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Erschüttert durch Misserfolge … krank von Missmut und Anstrengung, am Orient verzweifelnd, dessen Bewältigung jenseits des Euphrat sich für die Römer als unmöglich herausstellte, trat der Kaiser im Frühjahr 117 seine Rückreise“ in das Kernland seines Imperiums an. Trajan sollte sich von dem Arabiendebakel nicht mehr erholen. Er starb auf dem Weg in die Hauptstadt seines Riesenreiches, das ihm, wiewohl es nie größer war,  nicht groß genug erschien.

Soweit das Schicksal Trajans, das wir Bush natürlich nicht in dieser Härte, wohl aber in seiner demokratischen Variante wünschen. Was wir uns aber, wie gesagt, vor allem wünschen sollten, ist, dass die Geschichte so weiter geht, wie es in der Antike der Fall war. Auf Trajan folgte, wie erwähnt, Hadrian und der fand den wunderbaren Ausweg aus der Sackgasse, in die sich Trajan mit all seiner (Welt)Macht hineinmanövriert hatte.

In der Natur Hadrians lebte kein Trieb zu kriegerischer Größe. Wenn er die maßlosen Eroberungen seines Vorgängers fortsetzte, so würde er seine eigene Regierung mit unabsehbaren Kriegen begonnen und die schon stark geleerten Schätze des Reichs erschöpft haben…. Er verschmähte, es die orientalische Erbschaft seines Vorgängers anzutreten. Die neu erworbenen, aber unhaltbaren Provinzen jenseits des Euphrat beschloss er aufzugeben. Dieser Entschluss, den großen Impulsen Trajans Halt zu gebieten, war an sich von der Lage der Dinge geboten. Denn noch sein Vorgänger hatte es erleben müssen, dass es leichter sei, ferne Länder zu erobern, als sie zu behaupten. … Trotzdem war die Verzichtsleistung Hadrians kühn genug, weil sie unrömisch scheinen musste. Sie beleidigte die Kriegspartei, nach deren Ansicht das Reich nur durch Ausdehnung zu einem Weltreich erhalten werden konnte. Sie erbitterte die Generale und Offiziere Trajans, welche von der Fortsetzung des Krieges im Orient Ehren und Reichtümer erwarteten, und jetzt die Adler Roms wie Besiegte zum Rückzug sich wenden sahen. Hier hat Hadrian sich gleich bei seinem Regierungsantritt als Mann von selbständigem und besonnenem Geist gezeigt.

 

Auch für den zweiten Krisenherd der Region fand Hadrian eine wirkungsvolle und schnelle Lösung. Den Lucius Quietus hat er – wie es scheint in der ersten Stunde seiner Regierung – aus Palestina entfernt….

Hadrian hat die Linie, mit der er seine Regierung begann, während seiner zwanzig Jahre andauernden Herrschaft im wesentlichen beibehalten. Der Grundsatz, welchem Hadrian in seinem Verhalten zu Barbarenfürsten immer gefolgt ist, war dieser, sie nicht durch Kriegsgewalt, sondern durch Unterhandlungen zur Ruhe zu bringen. Er bewilligte die Forderungen, die er als gerecht erkannte.

Die Mittel, die durch den Verzicht auf eine expansive Außenpolitik frei wurden, ermöglichten es Hadrian, sich in wahrlich bedenkenswerter Weise auf die Entwicklung der Inneren Blüte des Reiches zu konzentrieren. Eine seiner ersten Amtshandlungen war, den Bürgern die Schulden gegenüber dem Staat rückwirkend für sechszehn Jahre zu erlassen. Da trotzdem eine Menge Geld übrig war, investierte er dies in die Verschönerung des Reiches. Die Methode, deren er sich dabei bediente, ist mindestens so nachahmenswert wie sein Schuldenerlass. Hadrian hat sein Riesenreich bekanntlich komplett zu Fuß durchwandert. Statt eines Heeres, das zerstört, führte er dabei ein nach militärischen Prinzipien geordnetes Corps von Ingenieuren und Künstlern mit sich. Diese hatten, überall wo er Halt machte, wunderbar geschmückte Bauwerke zu errichten oder zu renovieren. Im übrigen baute er sich in seiner letzten Lebenshälfte in Tivoli unweit von Rom eine Villa, die zum Größten und Prächtigsten gehört, was von Menschenhand jemals erstellt wurde – was vielleicht teuer und extravagant, aber allemal besser als der exzessive Erwerb von Kriegsgerät ist.

Nun mag sich mancher fragen, ob Hadrian ein hoffnungsloser Idealist und Schöngeist war. Hören wir dazu den Historiker: Die moderne Auffassung der Weltgeschichte hat die Regierung Hadrians als den Beginn einer Epoche begriffen. .. Man hat sie als das glücklichste Zeitalter des römischen Reiches, wenn nicht der Menschheit gepriesen. …Die Städte blühen wieder von Wohlstand, und die Künste schmücken sie mit hellenischer Schönheit. Die Wissenschaften regen sich in einer Renaissance des Griechentums. …Ein Geist der Humanität durchweht die verwandelte Welt. Die bürgerliche Gesetzgebung wird philosophischer und menschlicher. Das Volk, … die Armen werden zum Gegenstande für die Sorge der Staatsregierung. …Der Begriff der Nation erweitet sich …zu dem der Menschheit. Die Provinzen …erlangen ihre Gleichberechtigung neben… Rom. Das Reich der Römer ist eine Konförderation von Völkern. ..Mars ruht auf seiner Waffenrüstung, und niemals ist er den Feinden Roms furchtbarer erschienen.

Diese Geschichte darf sich, ja sie sollte sich wiederholen!

 

Ein- und Ausfälle (Denkweisen)

Man könnte meinen, dass das Denken einer einfachen Grundregel folge: man geht von richtigen Voraussetzungen aus und schließt von dort auf das richtige Ergebnis. Leider sind die Dinge aber nicht so einfach.

 

Manche gehen von richtigen Voraussetzungen aus und kommen zum falschen Ergebnis, das sie aber für richtig halten. Meist liegt hier ein einfacher Denkfehler zu Grunde. Kolumbus etwa ging richtigerweise davon aus, dass man Indien auch durch die Fahrt nach Westen erreichen könne, schloß aber fälschlicherweise daraus, dass das erste Land im Westen Indien sein müsse, weshalb die Ureinwohner dieser Landstriche noch heute Indianer heißen.

 

Andere gehen von falschen Voraussetzungen aus, kommen aber zum richtigen Ergebnis. Für die Praxis ist dies, da man mit richtigen Ergebnisses sinnvoll arbeiten kann, zunächst einmal kein Problem. Es kann aber zu falschen Schlussfolgerungen verleiten, die in anderen Bereichen zu unrichtigen Ergebnissen führen. Dies galt etwa für die Newton’sche oder für die noch „falschere“ aristotelische Physik, die für die meisten Bereiche der Alltagserfahrung brauchbare Ergebnisse lieferten, außerhalb derselben, im astronomischen und mikrokosmischen Bereich, aber in die Irre führten.

 

Des weiteren kann man ein richtiges Ergebnis für falsch halten, weil man feststellt, dass die Voraussetzungen nicht stimmen, aus denen es gewonnen wurde. In diesem Fall lebt man gewissermaßen neben der Wirklichkeit. Dass das Ergebnis richtig ist, wird dann meist erst erkannt, wenn die Zeit für die Erkenntnis reif ist. Dies gilt etwa für die Entdeckung des heliozentrischen Weltsystems, das ursprünglich falsch begründet war und daher Anlass zu Zweifeln gab.

 

Ferner kann man ein Ergebnis für richtig halten, obwohl es falsch ist und auf falschen Voraussetzungen beruht. Beides war lange hinsichtlich mancher tatsächlicher Aussagen der Bibel, etwa in der Schöpfungsgeschichte, der Fall. Hier war die Wahrheit durch stärkere Überzeugungen überlagert.

 

Noch verwickelter ist die Lage, wenn man von richtigen Voraussetzungen ausgeht und zum richtigen Ergebnis kommt, dieses aber für falsch hält. So folgt aus Einsteins Relativitätstheorie zwingend die Existenz von schwarzen Löchern. Einstein „glaubte“ aber nie daran, weil eine Verdichtung von Materie, wie sie in schwarzen Löchern vorausgesetzt wird, eine Singularität gewesen wäre, die nicht in sein Weltbild passte.

 

Die Praxis bedient sich einer weiteren Variante. Das häufigste Denkverfahren ist zweifelsohne das Umdrehen des denkerischen Kausalzusammenhanges: Man sucht sich zu einem feststehenden oder angestrebten Ergebnis die Voraussetzungen. Ob man sich die Mühe macht, den Anschein richtiger Voraussetzungen zu erwecken, ist dann eine Frage der Durchsetzbarkeit des Ergebnisses. Wer damit Probleme hat, wird einen wissenschaftlichen Tonfall anschlagen. Wer nicht, kann sich mit magischem Gehabe oder einem Denkverbot begnügen. Diese „Methode“ bevorzugen die,  welche das Absurde als Wahrheit verkaufen wollen – zum Beispiel Wahrsager oder bestimmte totalitäre politische Systeme.

 

Vollends schwierig wird es, wenn falsche und richtige Ergebnisse und falsche und richtige Voraussetzungen zu einem Geflecht verwoben werden. Dies ist das Verfahren der Ideologen. Sie haben so lange ein leichtes Spiel, als man sich nicht klar an die anfangs erwähnte die Grundregel hält.

1887 Johannes Brahms (1833 – 1897) Konzert für Violine, Violoncello und Orchester, Op.102

 

Über das Doppelkonzert notierte Clara Schumann am 21. September 1887 in ihrem Tagebuch: „Es ist dies Concert gewissermaßen ein Versöhnungswerk – Joachim und Brahms haben sich seit Jahren zum ersten Mal wieder gesprochen.“

 

In der Tat verfolgte Brahms mit dem Doppelkonzert einen privaten Zweck. Es ging ihm darum, die freundschaftliche Beziehung zu dem Geiger Josef Joachim wiederherzustellen, die seit einigen Jahren gestört war. Mit dem Einsatz zweier Soloinstrumente, darunter Joachims Instrument, vor allem aber mit der Art, in der sie zusammenwirken, wollte Brahms offensichtlich deutlich machen, dass und auf welche Weise er die Beziehung zu dem alten Freund wieder herstellen möchte. Es gab allerdings noch einen weiteren Zweck. Brahms kam damit auch einem Wunsch des Cellisten im Berliner Joachim-Quartett Robert Hausmann nach, der von ihm seit längerem ein Konzertstück erbeten hatte, ein Wunsch, den Brahms bis dato nur teilweise mit der Komposition seiner 2. Cellosonate erfüllt hatte.

 

Brahms war mit Joachim und dessen Ehefrau, der Altistin Amalie Weiß, seit Jahrzehnten befreundet. Anfang der 80er Jahre war die Freundschaft aber in eine Krise geraten. Joachim hatte im Laufe seiner Ehe zunehmend ein Problem damit, dass seine Frau ihre Zuhörer und wohl auch andere Personen ihres Umfeldes, insbesondere solche männlichen Geschlechtes, zu beeindrucken wusste. Er steigerte sich darüber in eine immer maßloser werdende Eifersucht, die schließlich auch enge Freunde betraf. Die Eifersucht führte schließlich zum Zerwürfnis der Ehegatten, welches 1884 in einen erbitterten Scheidungskrieg mündete. Brahms hatte die Eifersucht seines Freundes immer für unbegründet gehalten und sich daher auf die Seite von Amalie gestellt. Sein Vertrauen in ihre eheliche Treue hatte er unter anderem in einem Brief an Amalie vom Dezember 1880 zum Ausdruck gebracht. Zum ersten Bruch zwischen Brahms und Joachim kam es, als Amalie diesen Brief im Scheidungsverfahren verlesen ließ. Danach gab es zwar weiterhin „professionelle“ Kontakte zwischen Joachim und Brahms. Die Beziehung war aber nachhaltig gestört. Jahrelang hatten sie keinen persönlichen Kontakt.

 

Im Sommer 1887 hielt sich Brahms in Thun auf, wo er u.a. das Versöhnungswerk komponierte. Nach einjähriger Pause im Briefwechsel fragte er am 19. Juli 1887 vorsichtig bei Joachim in Berlin an, ob er ihm eine „Mitteilung künstlerischer Art“ machen könne, für er sich „herzlich Dein Interesse, mehr oder weniger, wünsche“. Joachim antwortete umgehend, dass er die Mitteilungen mit Spannung erwarte. „Hoffentlich geben sie von einem neuen Werk kund.“ Brahms, der vermutete, dass Joachim auf eine neues Violinkonzert hoffte (Joachim hatte bereits dessen – einziges – Violinkonzert uraufgeführt), schrieb daher am 24. Juli zurück, Joachims freundlicher Gruß lasse ihn vergnügt ein Geständnis machen. „Aber mache Dich auf einen kleinen Schreck gefasst! Ich konnte nämlich derzeit den Einfällen zu einem Konzert für Violine und Violoncello nicht widerstehen, so sehr ich es mir auch immer wieder auszureden versuchte“. Und er fügte, was seine Motivation weiter belegt, hinzu: „Nun ist mir alles Mögliche an der Sache gleichgültig, bis auf die Frage, wie Du Dich dazu verhalten möchtest.“

 

Als sei eine Staumauer gebrochen, ergoss sich nun eine Flut von fast im Tagesrhythmus hin- und her gewechselten Briefen zwischen den beiden Protagonisten, in denen es um die Übersendung von Stimmen, spieltechnische Änderungen, Fingersätze, Bogenstriche und schließlich Absprachen für einen Termin zum Durchspielen des Werkes ging. Wohl nicht ohne Hintersinn sorgte Brahms dabei dafür, dass das ersehnte Treffen im Domizil der gemeinsamen Freundin Clara Schumann, im „Deutschen Haus“ in Baden-Baden stattfand. Es war das Ereignis vom 21. September 1887, über das Clara Schuhmann in ihrem Tagebuch schrieb. Anfang Oktober schrieb Brahms dann im Rückblick an Joachim: „wie sehr wert und lieb mir unser Zusammensein in Baden war und wie dankbar ich Dir für alles Mögliche bin.“

 

Eine erste Orchesterprobe fand zwei Tage nach der Klavierprobe mit dem Kurorchester der Stadt Baden-Baden statt. Die Uraufführung des Werkes war schließlich am 18. Oktober 1887 unter Brahms eigener Leitung in Köln mit Joachim und Hausmann als Solisten. Im November spielten es die drei noch in Wiesbaden, Frankfurt und Basel. Zurückgekehrt nach Wien äußerte Brahms: „Jetzt weiß ich, was es war, das die letzten Jahre in meinem Leben gefehlt hat. Ich fühlte, dass etwas fehlte, konnte aber nicht sagen, was es war: es war der Klang von Joachims Violine. Wie er spielt!“

 

Das Doppelkonzert ist Brahms letztes Wort in Sachen Orchestermusik. Nicht nur der hohe Grad an Verdichtung der musikalischen Abläufe und die unprätentiöse Erzählhaltung erweisen es als ein Alterswerk. Brahms verzichtet auch auf jede Art virtuoser Schaueffekte. Er gewährt den Solisten nicht einmal eine ordentliche Kadenz. Insbesondere in den beiden ersten Sätzen hört man stattdessen zwei gereifte Freunde in bedeutungsschwerer Unterhaltung. Diese beginnt im ersten Satz mit einer höchst eindringlichen Werbegeste in der Form eines langen Cellosolos, auf das die umworbene Violine dann so vertrauensvoll freundlich eingeht, wie es sich Brahms von Joachim ohne Zweifel erhofft hat.  Die persönliche Ausrichtung des Werkes zeigt im ersten Satz, in dem Brahms seine ganze Satzkunst einbrachte, auch ein Zitat aus dem Violinkonzert Nr. 22 von Viotti, das Joachim besonders gerne spielte. Außerdem flicht Brahms in das komplexe Geschehen die Tonfolge f-a-e ein, die für Joachims Motto „Frei, aber einsam“ steht. Diese lag bereit der F-A-E Sonate zugrunde, die Brahms gemeinsam mit Schumann und Dittrich schon im Jahre 1853, dem Jahr, in dem die Freundschaft zwischen ihm und Joachim begann, zu Ehren des großen Geigentalentes komponiert hatte. Bezeichnenderweise werden die beiden Soloinstrumente ganz gegen das Wettbewerbsprinzip des Konzertierens auch immer wieder unisono geführt. Überhaupt wird der Kontrast der beiden Instrumente so weit eingeebnet, dass der Eindruck entsteht, als spiele eine einzige „achtsaitige Riesengeige“. Im letzten Satz ist die Spannung schließlich gelöst und spielerische Elemente treten in den Vordergrund. Es gibt sogar ungarische Anklänge, was wiederum auf Joachim verweist, der aus Ungarn stammte.

Ein- und Ausfälle (Schriftkultur)

 

Einer der erstaunlichsten Mechanismen des sozialen Zusammenlebens ist die Macht des geschriebenen Wortes. Menschen können – auch über Grundsätzliches – der unterschiedlichsten Meinung sein. Wenn ihr Antrieb stark genug ist, sind sie bereit, ihre Meinungen und Interessen mit allen denkbaren Mitteln durchzusetzen. Im besten Fall wird hierfür Autorität, Aura oder Raffinesse, im schlimmsten Fall Gewalt, Erpressung oder Krieg eingesetzt. Sind gewisse Dinge aber einmal schriftlich fixiert, greifen andere Verhaltensmechanismen ein. Man streitet sich nicht mehr direkt über die Interessen, sondern darüber, was der Text beinhaltet. In Betracht kommen nicht mehr alle denkbaren Möglichkeiten der Konfliktlösung, sondern solche, die in irgendeine Beziehung zum Text gebracht werden können. Zwischen die Interessen und ihre Durchsetzung ist damit eine Art Puffer gelegt, der ihre Wucht abfedert. Mit anderen Worten: die Interessenkonflikte werden mediatisiert und damit tendenziell zivilisiert. Auf diese Weise können Texte ein Gewicht erhalten, gegen das sich selbst elementarste Antriebe nicht ohne weiteres durchsetzen können (was freilich nichts daran ändert, dass sie unter der Oberfläche weiterhin wirksam sind).  

 

Im Grunde kann jeder Text ein solches Gewicht bekommen. Besonders geeignet sind jedoch solche, die in gewissen Formen daherkommen, Staatsverfassungen etwa, Gesetze, Verträge und Urkunden. Sehr wirksam sind vor allem Schriften, die einen herausragenden Autor haben oder zu haben scheinen – Dichter etwa, religiöse und politische Propheten oder Religionsstifter. Der Gipfel der Autorität ist naturgemäß der „Heilige Geist“. Es ist daher nicht verwunderlich, dass dessen – eher  kleiner – Text in einem besonderen Ausmaß diskutiert und hin-und herinterpretiert wurde.

 

So wie die Zuwendung zu den Schriften tendenziell zivilisatorisch wirkt, führt die Abwendung von den Schriften tendenziell zu vorzivilisatorischen Zuständen. Verbrecher und Revolutionäre etwa kümmern sich im Zweifel nicht um Schriften. Die Folge ist, dass in diesen Fällen die Übel, welche die Schriften abmildern, wieder ungefiltert hervortreten. Eine besondere Form des Abrückens von den Schriften ist die scheinbare Bezugnahme auf dieselben. Besonders problematisch ist sie zudem, wenn den Protagonisten nicht klar ist, dass oder wie weit sie von der Schrift abweichen.

 

 

 

 

 

 

 

Ein- und Ausfälle (Architektur 1)

Wer durch ein historistisches Stadtviertel streift, ist, sofern er seine Augen offen hat, auf’s Angeregteste damit beschäftigt, kulturhistorische Entwicklungslinien nachzuvollziehen und Zusammenhänge herzustellen oder auseinander zu ziehen. In jedem ornamentalen Detail spiegeln sich Jahrhunderte europäischer Kunstgeschichte. Penibel nachgeahmte „Originale“ finden sich neben höchst phantasievollen Varianten. Die historischen Stile und ihre Elemente sind teils säuberlich getrennt, teils auf merkwürdige Weise miteinander verschmolzen. Überall kann man beziehungsreiche Anspielungen und mehr oder weniger gekonnte Weiterentwicklungen feststellen.

 

Noch in den fünfziger und sechziger Jahres des letzten Jahrhunderts hat man in historistischen Gebäuden vor allem einen Mangel an originärer Schöpferkraft oder minderwertige Handarbeit gesehen. Heute haben wir die Möglichkeit, ihre Gestaltungen und Ornamente als Ausdruck einer langen Tradition zu verstehen. Der Gang durch ein solches Viertel hat damit in exemplarischer Weise die Wirkung, die ein Kunstmuseum erzielen will. Er verdeutlicht unser Bild von den Zeiten, welche zu unserer Zeit geführt haben. Man wird empfänglich für die zahllosen Versuche, aus dem Kanon der historischen Formen auszubrechen. Die Weiterentwicklung der historischen Formen enthält immer ein Abwenden vom Gewesenen. Altes wird so verdeutlicht und Neues möglich.

 

Hinzu kommt die Erkenntnis, dass diese Zeiten nicht „vergangen“ sind. Das Besondere der „Stadtmuseen“ ist, dass sie nicht museal sind. Sie können mit dem Auto durchfahren werden und man kann darin wohnen oder einkaufen. Sie sind nicht Vergangenheit, sondern Teil unseres heutigen Lebens.

 

Und noch etwas wird – im Blick auf die Gegenwart – deutlich. Die historistischen Stadtviertel sind so etwas wie die Verwirklichung des romantischen Traumes von der Verschmelzung von Kunst und Leben, ein Traum, den wir uns, wie man beim Durchstreifen dieser Viertel  merkt, leider zu träumen abgewöhnt haben.

1867 Modest Mussorgski (1839 – 1881) Symphonische Dichtung „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“

Mussorgski ist eine merkwürdig unfertige und daher höchst umstrittene Musikerfigur. In seinem kurzen Leben war er ständig auf der Suche nach sich selbst und nach den Möglichkeiten des musikalischen Ausdrucks für Gedanken und Empfindungen, die mitunter nicht leicht nachzuvollziehen waren und sind. Dabei hat er weder für sein Leben noch für sein künstlerisches Werk einen „regelrechten“ Abschluss gefunden. Sein Leben endete nach Depressionen und Alkoholmissbrauch im Alter von 42 Jahren. Die meisten seiner größeren Werke sind entweder nicht vollendet worden oder wurden von ihm oder anderen als unvollendet und ergänzungsbedürftig angesehen. Von vielen gibt es daher mehrere Fassungen von Mussorgski selbst oder Be- Über- und Ausarbeitungen seiner Berater und Bewunderer (das bekannteste Beispiel ist „Bilder einer Ausstellung“).

 

Über den Charakter Mussorgskis, der nur wenige menschliche Bindungen durchhielt und vereinsamt starb, hat man seit eh und je gestritten. Man könnte ihn als eine besondere Ausprägung des „überflüssigen Menschen“ verstehen, einen jener Onegins, Petschorins und Oblomows, in denen sich in der russischen Literatur des 19. Jh. von Puschkin und Lermontow bis zu Goncharow die psychische Problematik des russischen Gutsbesitzers spiegelt, der auf seinem von Leibeigenen betriebenen Latifundien sitzt und an der Sinnlehre seines Daseins verzweifelt. Mussorgski ist auf einem solchen Landgut aufgewachsen und war, nachdem er die Militärlaufbahn eingeschlagen hatte, auf dem besten Wege zum typischen Stutzerdasein seiner Klasse, bevor er – letztlich vergeblich – höheren Halt und Lebenssinn in einer schöpferischen Tätigkeit suchte.

 

Als Künstler lehnte Mussorgski idealistisch-glättende Überformungen kompromisslos ab und neigte zu sozialkritisch-genrehafter Darstellung. Daher hat man ihn für einen Vertreter des Realismus in der Kunst gehalten und damit die Härten seines Stiles und manche sonstige Ungereimtheit erklärt. Zu Zeiten der Sowjetunion galt er als ein Vorläufer des sozialistischen Realismus, weil in seinem Werk – nicht zuletzt in den Opern – auch immer wieder das einfache Volk und das Leben der Bauern thematisiert wird. Andere stellten bei Mussorgski trotz seiner expliziten Irreligiosität und seines philosophischen Materialismus romantische und religiöse Züge fest oder vermuteten in ihm einen verkappten oder gar verschleierten Mystizisten. Sie bezogen sich dabei auf seine Affinität zu abseitigen und jenseitigen Stoffen und darauf, dass er eine Vorliebe für das Dunkle, abgründig Tiefe, aber auch für das ungezügelt Leidenschaftliche hat. Der westeuropäischen Moderne wiederum galt Mussorkski als ein Musiker auf der Suche nach dem Ausweg aus dem schöpferischen Dilemma, in dem man die Spätromantik mit ihren angeblich verbrauchten Formen und Themen sah. Aus dieser Sicht erschien der Autodidakt Mussorgski als ein Künstler, der ganz auf sich selbst gestellt das Neue schafft und daher – wie mancher moderne Musiker – nicht ohne weiteres verstanden wird.

 

Die symphonische Dichtung „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“, Mussorgskis einziges genuines Orchesterwerk, enthält praktisch alle Charakteristika seines Schaffens. Das Werk entstand im Jahre 1867 als sich der Komponist für einige Zeit auf dem Lande befand, um seinem Bruder bei der Bewirtschaftung des Familiengutes zu helfen, das nach der Aufhebung der Leibeigenschaft im Jahre 1861 nicht mehr ohne weiteres lief. Das Thema der Komposition ist dunkel und abgründig – es geht um ein Hexentreffen in der Johannisnacht auf dem Berg des Triglaw, einem der Slawischen Hauptgötter, eben dem „Kahlen Berge“. Dargestellt werden nach Mussorgskis eigenhändigem Programm: Streit der Hexen, ihr Geschwätz und ihre Streitereien, Aufzug des Satans; schwarze Messe und Hexensabbat (mit Rückzug der bösen Geister und Andeutung des wiederhergestellten Friedens). Des weiteren gibt es von dem Werk mehrere Fassungen, von Mussorgski selbst und von anderer Hand. Mussorgski selbst schuf eine – zweite – Fassung, die Eingang in seine – unvollendete – Oper „Der Jahrmarkt von Sorotschinzi“ fand. Ferner finden sich insbesondere in Mussorgskis eigenen Fassungen außerordentlich kühne Stilmittel. Der Komponist scheut angesichts des dunklen und mitunter grotesken Sujets nicht vor härtesten Schroffheiten zurück. Außerdem hat Mussorgski die Möglichkeit, wilde Leidenschaftlichkeit darzustellen, die das Thema anbot, voll ausgeschöpft. Schließlich hat die Komposition die Konzertpodien in der Fassung erobert, die ihr Alexei Rimski-Korsakow gab. Sie teilt damit insbesondere das Schicksal der großen Oper „Boris Gudonow“ und der – ebenfalls unvollendeten – Oper „Chowanstschina“.

 

Rimski-Korsakow und  Mussorgski waren Mitglieder des „Mächtigen Häufleins“, einer Art musikalischer Selbsterfahrungsgruppe – dazu gehörte auch Alexander Borodin – , die sich unter der Führung Mili Balakirews der Erneuerung oder eigentlich der Schaffung einer russischen Kunstmusik aus dem Geist des Volkes verschrieben hatte. Sie lehnten (daher) jede Form akademischer Ausbildung und schulmäßiger Ausarbeitung der Musik ab. Rimski-Korsakow wandte sich von dieser Auffassung von Musikschaffen später ab und holte die akademische Ausbildung nach. Im Lichte der regulären Musikstandards erschienen ihm nun viele Eigenarten seines Freundes als fehler- oder zumindest unvorteilhaft. Daher eliminierte er nach dessen Tod insbesondere die harmonischen und instrumentalen Härten des Originals und versuchte den Werken eine leichter verständliche, das heißt in der Regel traditionellere und schulmäßigere Form zu geben. Im vorliegenden Falle setzte er das ursprüngliche Material im Sinne des Sonatenhauptsatzes teilweise neu zusammen. Außerdem komponierte auf der Basis von Elementen aus der Oper „Der Jahrmarkt von Sorotschinzi“ den friedlichen Schluss ganz neu dazu. Darüber, ob Rimski-Korsakows Bearbeitungen der Werke Mussorgski zulässig waren und darüber, welche Fassung besser ist, hat man insbesondere an Hand der Opern heftig gestritten. Im vorliegenden Fall ist mehr oder weniger unstreitig, dass Rimski-Korsakow ein sehr effektvolles neues Werk hinbekommen hat. Es wird nur bemängelt, dass es kein Mussorgski sei.

Ein- und Ausfälle (Barock 4)

In Buenos Aires, wo man es in der Belle Epoque gerne flamboyant-beweglich im Stile des französischen Barock hatte, fallen zwei Bauten aus dem ansonsten eher heiteren Rahmen der Stadtlandschaft. Es handelt sich um die Gebäude der Fakultäten für Rechts- und Ingenieurwissenschaft. Beide sind im strengsten und düstersten dorischen Stil gebaut. Ihre Fassaden bestehen aus einer Reihe von massigen Säulen und Kapitälen, auf denen ein schweres Architrav lastet, wobei die Säulen offensichtlich weit mehr Gewicht aufnehmen können, als sie tatsächlich zu tragen haben. Die Erbauer der beiden Gebäude wollten ohne Zweifel zum Ausdruck bringen, dass die Fragen, die hier verhandelt werden, von großem Gewicht sind und man für sie die solidesten Lösungen habe. Dass man das Gebäude des Rechtes gerne so fest und seriös hätte wie die Konstruktion eines Ingenieurs, entspricht sicher den Wünschen der Menschen. Ehrlicher wäre allerdings gewesen, die juristische Fakultät im flamboyanten Stil zu bauen.