1781 Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) – Bläserserenade Es-Dur, KV 375

Im Frühjahr 1781 hatte sich Mozart 25-jährig als freier Künstler in Wien niedergelassen. Als solcher mußte er zunächst einmal Aufträge requirieren. Diesem Zweck diente auch seine Bläserserenade in Es-Dur. Über das Werk, das ursprünglich ein Sextett war und später zum Oktett umgearbeitet wurde, schreibt Mozart in einem Brief an seinen Vater am 3. November 1781: „diese Musick hatte ich auf den theresia tag – für die schwester der frau von Hickel, oder schwägerin des herrn von Hickel (Hofmaler) gemacht; alwo sie auch wirklich das erstemal ist producirt worden“ (das war am 15.Oktober 1781). „Die 6 Herrn die solche exsequiren, sind arme schlucker, die aber ganz Hübsch zusammen blasen … Die Haubtursache aber warum ich sie gemacht, war, um dem herrn v. strack (welcher täglich dahin kömmt) etwas von mir hören zu lassen. und deswegen habe ich sie auch ein wenig vernünftig geschrieben. – sie hat auch allen beyfall erhalten. – Man hat sie in der theresien nacht an dreyerley örter gemacht. – denn wie sie wo damit fertig waren, so hat man sie wieder woanders hingeführt und bezahlt“.

 

Die 6 armen Schlucker haben sich bei Mozart für die Serenade, die für sie offensichtlich lukrativ war, mit einem Ständchen zu seinem Namenstag am 31. Oktober bedankt. „Auf die Nacht um 11 Uhr“, schreibt Mozart darüber, „bekam ich eine Nacht Musik von 2 clarinetten, 2 Horn und 2 fagott – und zwar von meiner eigenen komposition … die Herrn … haben sich die hausthüre öfnen lassen, und nachdem sie sich mitten im Hof rangiert, mich, da ich mich eben entkleiden wollte, mit dem Ersten E B accord auf die angenehmste art von der Welt überrascht“.

 

Ob Mozart, wie vermutet wurde, auf diese Weise dazu gebracht wurde, für das Werk, das ihm selbst Geld einbringen sollte, seinerseits zu bezahlen, wissen wir nicht. Tatsache aber ist, daß der Herr von Strack, für den Mozart so vernünftig schrieb, nicht anbiß. Im Januar 1782 hatte Mozart zwar die Hoffnung noch nicht aufgegeben und bezeichnete ihn in einem Brief als „Gönner“. Mit gesundem Mißtrauen merkte er jedoch an, „daß diesen Hofschranzen niemals zu trauen ist“.

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