1884 Niels Wilhelm Gade (1817 – 1890) – Holbergiana – Suite für Orchester

Wie Grieg nahm auch Gade die Feiern zum 200. Geburtstag des barocken Dichters Holberg zum Anlaß, ein Werk in dessen Geiste zu schreiben. Seine viersätzige Komposition für großes Orchester wurde in Kopenhagen aufgeführt, wo Holberg hauptsächlich wirkte. Während Grieg sein charmantes Kabinettstück im Stile des 18. Jahrhundert schrieb, geht es bei Gade „barocker“ und damit handfester zu. Gades Musik ist humoristisch und im besten Sinne unterhaltend. Wie in Holbergs Komödien werden dabei die komischen Effekte nicht zuletzt durch allerhand Überraschungen erzielt. Die musikalischen Mittel, die Gade hiefür wählte, sind vor allem ständige rhythmische Schwerpunktverlagerungen und unerwartete thematische und harmonische Weiterführungen. Davon abgesehen wechseln Passagen des Übermutes mit „schönen Stellen“ und Episoden, die nachdenklich Schmunzeln lassen. In den schnellen Sechszehntel- Figuren, die das Werk durchziehen, ist immer wieder fröhliches Lachen zu vernehmen.

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