1778 Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1991) – Konzertante Symphonie für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester, Es – Dur, KV Anh. 10.64

Das Werk entstand während Mozarts dritter Parisreise im April 1778. Er schrieb es, „in größter Eyl“ und „sehr befließen“ im Auftrag des Pariser Impressarios Le Gros, des einflußreichen Direktors der „Concerts spirituels“. Als ausführende Solisten waren vier befreundete Mannheimer Bläser vorgesehen, die gerade in Paris zu Besuch waren. Aus Gründen, die Mozart offenbar schon damals für dubios hielt, wurde die Konzertante Symphonie jedoch seinerzeit nicht gespielt. „Es ist wohl sehr schade“ schrieb er in einem Brief vom 9.7.1778, „daß er (Le Gros) sie nicht aufgeführt hat, die würde sehr incontiert haben – nun hat er aber die Gelegenheit nicht mehr so. Wo sind allzeit so 4 Leut zusamm?“

 

Noch im Oktober des gleichen Jahres wurmte Mozart daß Le Gros ihn sitzen ließ und er überlegte, wie er sich und dem Werk zu seinem Recht verhelfen könne. Am 3.10.1778 schrieb er aus Paris an seinen Vater: „2 Ouvertüren und die Symphonie concertante hat mir Le Gros abgekauft; – er meint, er hat es allein, es ist aber nicht wahr; ich hab sie noch frisch in meinem Kopf und werde sie, sobald ich nach Hause komme, wieder aufsetzen.“ Hätte Mozart diesen Vorsatz durchgeführt, wüßten wir heute zumindest, wie er glaubte, daß das Werk ursprünglich aussah. Da er es nicht tat, sind wir mangels des Autographs, das verschwunden ist, auf eine Bearbeitung aus dem Hause Le Gros angewiesen, wo jemand meinte, Mozart verbessern zu müssen. Der Pariser Bearbeiter hat nicht nur die Flöte, die ursprünglich als hohes Soloinstrument vorgesehen war, durch die Klarinette ersetzt, sondern offensichtlich auch inhaltliche Veränderungen vorgenommen. Von Mozart ist allerdings so viel übrig geblieben, daß wir ein äußerst erfreuliches Musikstück für diese ungewöhnliche Besetzung haben.

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