Schlagwort-Archive: Weihnachtsmottete

Giovanni Paisiello (1740–1809) – Weihnachtsmotette „Pastorali jam concentu“

Paisiello ist eine jener zahlreichen italienischen Künstler, welche den italienischen Stil weit über ihr Heimatland verbreitet haben. Seine musikalische Heimat war Neapel, das im 18. Jh. eines der Hauptzentren der Musikpflege in Italien war. In der süditalienischen Metropole erhielt er seine musikalische Prägung und verbrachte hier seine ersten und letzten Lebensjahrzehnte, wobei er sich in jenen politisch unruhigen Zeiten mit den unterschiedlichsten Herrschern zu arrangieren wusste. Dazwischen war er acht Jahre in führender Stellung am Hof Katharinas II. in St. Petersburg. Außerdem komponierte für den König von Polen, für Kaiser Josef II. in Wien sowie für Napoleon in Paris. Paisiello war im Wesentlichen ein Opernkomponist. Er schrieb rund 100 Werke dieser Gattung, wobei der Schwerpunkt bei der komischen Oper lag. Das Spektrum der musikdramatischen Themen ist außerordentlich weit. Die Auflistung seiner Operntitel gleicht einem Gang durch die Kulturgeschichte des 18. Jh. Paisiello verfasste aber auch eine ganze Reihe kirchenmusikalischer Werke. Dazu gehört die weihnachtliche Motette „Pastorali jam concentu“, welche die Stimmung der außerordentlich phantasievollen neapolitanischen Krippen zu beschwören scheint.

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Antonio Bertali (1605 – 1669) – Weihnachtsmotette „Ecce, Illuxit nobis“

Bertali ist ein Glied in der langen Kette von italienischen Komponisten, welche das Wiener Musikleben in der Barockzeit prägten. In Verona geboren kam er im Alter von 20 Jahren in die kaiserliche Hauptstadt, wo er über mehr als vier Jahrzehnte bis zu seinem Tod blieb. Bertali war am kaiserlichen Hof hoch geschätzt. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in der Tatsache, dass er über 600 Werke aller Gattungen komponierte, darunter sehr viel Kirchenmusik. Von den diesen Werken weiß man heute allerdings nur noch durch alte Werkverzeichnisse. Das meiste davon ist verloren gegangen. Bertali brachte den opulenten Musikstil seiner Heimat, der unter dem Einfluss der venezianischen Musikpraxis stand, mit nach Wien. Typisch hierfür sind Vielstimmigkeit und Vielchörigkeit, wobei unter Chor nicht nur eine Mehrzahl von Sängern sondern jede selbständig agierende Gruppe von Musikanten zu verstehen ist. Diese Merkmale finden sich auch in seiner Weihnachtsmotette „Ecce, Illuxit nobis“, bei der drei Gesangssolisten, drei Blockflöten, ein sechsstimmiger Chor und Streichorchester gruppenweise miteinander konzertieren.