Ein- und Ausfälle – Der Mensch und die Dinge

Nichts liebt der Mensch mehr als das Spekulieren. Die Geschmeidigkeit des Geistes und der Sprache als dessen Lieblingskind ermöglicht es ihm, die Dinge immer wieder so zu gruppieren, dass sie in jeweils neuen schönen Zusammenhängen erscheinen. Die wundersamen Gebilde, die der Mensch dabei hervorbringt, sind ihm ein steter Quell der schöpferischen Freude und des Staunens. Geistige Naturen finden wenig dabei, wenn sie sich bei dieser Gelegenheit von den Dingen entfernen. Manche lieben auch die Möglichkeiten zur Provokation, welche sich daraus ergeben. Aber auch die, welche den Dingen ganz sachlich auf Spur bleiben wollen, verlieren immer wieder den Kontakt zu ihnen. Die Geschmeidigkeit und damit auch die Ungenauigkeit des Geistes und seiner Sprache führen auch bei größter Sorgfalt geradezu mit Notwendigkeit zu haarfeinen Abweichungen von den Dingen. Angesichts der unausgesetzten Aktivität des menschlichen Geistes können sich diese Abweichungen aber wie bei dem untreuen Bankangestellten, der bei jeder Transaktion seiner Bank den Bruchteil eines Cents für sich abzweigt, zu gewaltigen Summen akkumulieren.

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