Ein- und Ausfälle – Francis Bacons Vision von Europa

Francis Bacon träumte von der geistigen Einheit Europas. Er hatte die Vorstellung, dass die Kräfte dieses Raumes erst dann richtig zum Tragen kämen, wenn man die Welt in einer großangelegten übernationalen Anstrengung der Institutionen, insbesondere der Universitäten, arbeitsteilig erforschen würde. Der Traum war schon und ist noch immer Wirklichkeit. Europas Kraft und seine großen Errungenschaften, nicht nur die wissenschaftlichen, sind allesamt das Resultat eines überregionalen Zusammenwirkens, wobei man von Portugal bis Polen an einem Strang zog. Allerdings verlief dies nicht so gesteuert, wie Bacon es gerne gehabt hätte. Es war eher ein großes und weitgehend ungeplantes Spiel. Europas Kräfte reagierten auf höchst vielfältige Weise aufeinander, wobei sie teils in loser Abhängigkeit zueinander standen, teils aufs engste verbunden miteinander rangen, ja sich nicht selten regelrecht bekriegten. Anders als Bacon meinte ist europäisch wohl eher eine chaotisch-kompetitive und multiple Form des Zusammenwirkens, die allerdings – auf der Basis tiefer liegender und meist unausgesprochener Gemeinsamkeiten – schließlich doch in eine Richtung führt.

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